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Wohngeld

Wohngeld ist ein vom Bund und dem Freistaat Sachsen jeweils zur Hälfte getragener Zuschuss zu den Wohnkosten einkommensschwacher Haushalte. Das Wohngeld wird auf Antrag als Miet- oder Lastenzuschuss gezahlt. Einen Mietzuschuss erhalten Mieter einer Wohnung, Untermieter oder Heimbewohner. Eigentümer eines Eigenheimes oder einer Eigentumswohnung können Wohngeld als Lastenzuschuss für den selbstgenutzten Wohnraum beantragen.

Zum 1. Januar 2020 ist eine Änderung  des Bundeswohngeldgesetzes in Kraft getreten ist. Bund und Länder haben mit einer Wohngeldreform das Leistungsniveau und die Reichweite des Wohngeldes gestärkt.  Dabei sind u.a. die Einkommensgrenzen angehoben worden, bis zu denen Wohngeld gezahlt werden kann. Ebenso wurden die Höchstbeträge, bis zu denen die Miete einer Wohnung bzw. die Belastung bei einem Eigenheim bezuschusst werden, angehoben. Der Freibetrag beim Einkommen, den Menschen mit einer Schwerbehinderung unter bestimmten Voraussetzungen bekommen, wurde von bisher jährlich 1.500 auf jetzt 1.800 Euro erhöht.

Eine weitere Erhöhung des Wohngeldes ist zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Damit sollen höhere Heizkosten ausgeglichen werden, die durch die Einführung der CO2-Bepreisung entstehen. Weitere Informationen siehe im Kasten Publikationen.

Ab dem Jahr 2022 ist erstmalig eine Dynamisierung des Wohngeldes vorgesehen. Diese Anpassung an die Entwicklung der Mieten und Einkommen wird künftig alle zwei Jahre vorgenommen. Dadurch sollen die Wohngeldempfänger verlässlich entlastet werden. Die Anzahl derjenigen, die wegen ihres geringen Einkommens regelmäßig zwischen Grundsicherung und Wohngeld wechseln mussten, soll sich verringern.

Vorraussetzungen

Ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht und wenn ja, in welcher Höhe, bestimmt sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder, der Höhe des Gesamteinkommens und der Höhe der Miete beziehungsweise Belastung. Empfänger von Arbeitslosengeld II, von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder von Sozialhilfe erhalten kein Wohngeld, wenn sie die Kosten der Unterkunft mit dieser Leistung erstattet bekommen.

Antrag

Wohngeld wird nur auf Antrag mit Beginn des Monats geleistet, in dem dieser bei der Wohngeldbehörde eingegangen ist. Die Formulare für die Antragstellung sind bei der zuständigen Kreis- oder Stadtverwaltung erhältlich und im Internet unter

zum Ausfüllen eingestellt.

Zur Wahrung der Antragsfrist kann der Antrag auch formlos per E-Mail oder Telefon gestellt werden. Dabei ist in jedem Fall anzugeben:

  • Datum der Antragstellung
  • Name, Vorname und aktuelle Anschrift des Antragstellers
  • Angabe, dass Wohngeld für einen bestimmten Wohnraum beantragt wird.

Das vollständig ausgefüllte Formular ist dann nachzureichen.

Bewilligt wird Wohngeld im Regelfall für zwölf Monate. Im Anschluss ist ein neuer Antrag erforderlich (Weiterleistungsantrag).

Hinweis zum Weiterleistungsantrag

Ist aufgrund von Einschränkungen durch die Coronavirus-Epidemie die Beantragung der Weiterleistung von Wohngeld mittels Antragsformular nicht möglich, kann bei gleichbleibenden Verhältnissen (keine Änderungen bei Miete, Einkommen, Anzahl der Haushaltsmitglieder) die Weiterleistung von Wohngeld ausnahmsweise durch einen formlosen Antrag unter Angabe der Miethöhe, der Zahl der Haushaltsmitglieder und der Einkommenshöhe beantragt werden.

Datenabgleich

Zur Vermeidung rechtswidriger Inanspruchnahme von Wohngeld ist die Wohngeldbehörde seit dem 1. Januar 2013 berechtigt, die Angaben aller Haushaltsmitglieder durch einen automatischen Datenabgleich zu überprüfen. Dabei geht es insbesondere darum, zu ermitteln, ob Wohngeld mehrfach bezogen wird, ob zum Ausschluss von Wohngeld führende Transferleistungen bezogen werden, und ob die Angaben zum Einkommen (auch zu den Kapitalerträgen und Minijobs) zutreffend sind.

Sonstiges

Seit dem 1. Januar 2011 gibt es für Kinder, die bei der Wohngeldbewilligung berücksichtigt worden sind und für die Kindergeld bezogen wird, Leistungen für Bildung und Teilhabe nach dem Bundeskindergeldgesetz. Nähere Informationen ebenfalls bei

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