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Demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Wohnungsnachfrage

Der Freistaat Sachsen stellt sich für lange Zeit auf einen kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang und eine veränderte Bevölkerungsstruktur ein.

Bevölkerungsentwicklung

Für die qualitative Nachfrage auf den Wohnungsmärkten ist insbesondere die mit der demografischen Entwicklung einhergehende Alterung der Bevölkerung maßgeblich.

Am 9. Mai 2011 lebten 4,06 Millionen Einwohner im Freistaat Sachsen (Ergebnis des Zensus 2011, vgl. rechte Spalte).

Die 5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose kommt zum Ergebnis, dass Sachsen im Jahr 2025 voraussichtlich 3,6 bis 3,8 Millionen Einwohner haben wird. Das bedeutet einen Rückgang von 360 000 bis 490 000 Einwohnern gegenüber dem Jahr 2011.

Mit dem Rückgang der Bevölkerung geht deren Alterung einher. Das Durchschnittsalter und die Lebenserwartung steigen. Innerhalb der Gruppe der über 65jährigen wird insbesondere der Anteil der über 80jährigen ansteigen.

Entwicklung der Bevölkerung des Freistaates Sachsen nach ausgewählten Altersgruppen

(© Statistisches Landesamt, 5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose)

Die steigenden Lebenserwartungen und der Anstieg des Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung und die damit verbundene Zunahme von Mobilitätseinschränkungen wird zu einer erhöhten Nachfrage nach barrierearmem bzw. -freiem Wohnraum führen. Daneben werden die Anforderungen an ein generationengerechtes Wohnumfeld steigen, insbesondere ist mit einem wachsenden Bedarf an ergänzenden, bezahlbaren und bedarfsgerechten Service- und Pflegeleistungen in den Quartieren zu rechnen.

Haushaltsentwicklung

Für die quantitative Nachfrage auf den Wohnungsmärkten ist die Entwicklung der Haushalte entscheidend.

Nach einer Modellrechnung des Statistischen Landesamts sinkt die Anzahl der Privathaushalte von 2.214,6 Tausend im Jahr 2011 auf voraussichtlich 2.052,6 Tausend im Jahr 2025. Ausnahmen bilden hier die Städte Dresden und Leipzig, hier wird die Anzahl der Haushalte steigen.

Haushalte mit drei Personen haben mit 17,6 Prozentpunkten den stärksten Rückgang zu verzeichnen, gefolgt von Haushalten mit vier Personen mit einem Rückgang von 14,3 Prozentpunkten. Ein- und Zwei-Personenhaushalte sinken dagegen nur um jeweils 5,1 Prozentpunkte. Hierbei gibt es auf regionaler Ebene teilweise Entwicklungen gegen den jeweiligen Gesamttrend.

Aufgrund der prognostizierten Haushaltsentwicklung wird insgesamt der zahlenmäßige Bedarf an Wohnraum nicht weiter ansteigen. Vielmehr ist mit einem Rückgang um rd. 160 000 Haushalte bis zum Jahr 2025 (seit 2011) zu rechnen.