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Demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Wohnungsnachfrage

Der Freistaat Sachsen stellt sich mittelfristig auf einen kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang und eine andere Bevölkerungsstruktur ein.

Bevölkerungsentwicklung

Für die qualitative Nachfrage auf den Wohnungsmärkten ist insbesondere die mit der demografischen Entwicklung einhergehende Alterung der Bevölkerung maßgeblich.

Am 31.12.2015 lebten 4,08 Millionen Einwohner im Freistaat Sachsen.

Die 6. Regionalisierte Bevölkerungsprognose kommt zum Ergebnis, dass die Einwohnerzahl in Sachsen frühestens im Jahr 2022 unter die Vier-Millionen-Marke sinkt. Der dramatische Bevölkerungsrückgang ist zunächst gestoppt, wird sich mittelfristig langsamer als erwartet fortsetzen. Seit 2014 nahm die Bevölkerung in Sachsen sogar leicht zu.

Die größte Herausforderung für unsere Wirtschaft und unser Sozialsystem wird zukünftig der gegenläufige Trend bei den Altersgruppen sowie die unterschiedliche regionale Entwicklung sein. Der Bevölkerungsanteil im erwerbsfähigen Alter wird im Vergleich zu 2014 um etwa 16 Prozent zurückgehen, während der Anteil im Seniorenalter um etwa 17 Prozent zunimmt. Das Durchschnittsalter steigt von bisher 46,7 Jahren auf 48,1 Jahre in 2030.

Entwicklung der Bevölkerung des Freistaates Sachsen nach ausgewählten Altersgruppen

(© Statistisches Landesamt, 6. Regionalisierte Bevölkerungsprognose)

Die steigende Lebenserwartung und der Anstieg des Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung wird zu einer erhöhten Nachfrage nach barrierearmem bzw. –freiem Wohnraum führen. Die Anforderungen an ein generationengerechtes Wohnumfeld steigen, insbesondere ist mit einem wachsenden Bedarf an ergänzenden, bezahlbaren und bedarfsgerechten Service- und Pflegeleistungen in den Quartieren zu rechnen.

Haushaltsentwicklung

Für die quantitative Nachfrage auf den Wohnungsmärkten ist die Entwicklung der Haushalte entscheidend.

Nach einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes sinkt die Anzahl der Privathaushalte in Sachsen von derzeit 2,172 Millionen auf voraussichtlich 2,141 Millionen im Jahr 2035.

Zu vermuten ist, dass diese Entwicklung regional differenziert verläuft. Während im ländlichen Raum sowie in fast allen Mittelzentren die Bevölkerung voraussichtlich weiter sinkt, ist in den Städten Dresden und Leipzig sowie in deren Umland mit einem weiteren Zuwachs zurechnen.

Ergebnisse zur voraussichtlichen Anzahl der Privathaushalte liegen nur auf Landesebene vor.

Bis zum Jahr 2035 wird sich der Trend zu kleineren Haushalten fortsetzen, denn eine steigende Anzahl älterer Menschen, mehr Partnerschaften mit separater Haushaltsführung im mittleren und jüngeren Erwachsenenalter sowie die hohe berufliche Mobilität bedingen künftig mehr Ein- und Zweipersonenhaushalte. Der bisherige starke Rückgang von Haushalten mit drei und mehr Personen wird jedoch an Dynamik verlieren, denn es ist eine neue Tendenz zu mehr Eheschließungen und Geburten zu beobachten.

Diagramm

(© Statistisches Bundesamt, 13. Haushaltevorausberechung 2017)

Privathaushalte von 1991 bis 2035 nach Haushaltsgröße

Aufgrund der prognostizierten Haushaltsentwicklung wird insgesamt der zahlenmäßige Bedarf an Wohnraum voraussichtlich nicht weiter ansteigen. Vielmehr ist in Sachsen mit dem Rückgang um rd. 31 000 Haushalte bis zum Jahr 2035 zu rechnen.