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Wohnraumförderung

Die Wohnraumförderung des Freistaates Sachsen besteht derzeit aus vier Elementen:

1. Förderung der Schaffung von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern

- Stichwort: Unterstützung der Wohneigentumsbildung

2. Förderung der Schaffung von mietpreis- und belegungsgebundenem Mietwohnraum

- Stichwort: Sicherung von preiswertem Wohnraum in angespannten Wohnungsmärkten

3. Förderung der Anpassung von Wohnraum an die Belange von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen (für Mieter und selbst nutzende Wohneigentümer)

- Stichwort: Unterstützung von Wohnraummietern und Selbstnutzern bei Eintritt von Mobilitätseinschränkungen bei der erforderlichen Anpassung ihrer Wohnung

und

4. Förderung des Umbaus von bestehenden Mietwohnraum in seniorengerechten Wohnraum

- Stichwort: Anpassung des Wohnungsbestands an die demografischen Herausforderungen


1. Förderung der Schaffung von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern

Seit Mitte März 2017 besteht die Möglichkeit, Familien mit Kindern bei der Schaffung von selbstgenutztem Wohneigentum finanziell zu fördern. Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren können diese Unterstützung bei der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank - (SAB) beantragen, wenn sie ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung bauen oder erwerben möchten. Sofern beim Erwerb einer Immobilie Modernisierungs-, Instandsetzungs- oder Umbaumaßnahmen erforderlich sind, können diese ebenfalls gefördert werden. Die Höhe des zinsgünstigen Darlehens beläuft sich auf maximal 50.000 Euro je Kind.

Das Darlehen hat besonders familienfreundliche Konditionen und gibt jungen Familien eine große finanzielle Planungssicherheit. So ist der günstige Zinssatz von 0,75 Prozent pro Jahr über die gesamte Laufzeit von 25 Jahren festgeschrieben. Gleichzeitig wird die Gesamtfinanzierung dadurch erleichtert, dass das Darlehen geringeren Anforderungen bei der grundbuchrechtlichen Absicherung unterliegt.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Gewährung dieses Familiendarlehens ist, dass bestimmte Einkommensgrenzen des Haushalts nicht überschritten werden (60.000 Euro positive Einkünfte bei Alleinstehenden, 100.000 Euro bei Ehegatten/Lebenspartnern). Dieser Betrag erhöht sich für jedes Kind, für das der Antragsteller Kindergeld erhält und das in seinem Haushalt lebt, um 10.000 Euro.

Eine weitere ist die Lage der Immobilie, für die die Förderung beantragt wird: Liegt sie in einem Ober-, Mittel- oder Grundzentrum, gibt es keine gebietlichen Eingrenzungen. Lediglich für Gemeinden, die kein Ober-, Mittel- oder Grundzentrum sind, besteht eine Eingrenzung nur auf innerörtliche Lagen, für die Förderung von Neubauten gilt zusätzlich: sie müssen der Schließung einer städtebaulichen Lücke oder der Beseitigung einer Brachfläche dienen, die aus städtebaulichen Gründen sinnvoll und geboten ist.

Zudem soll die jeweilige Gemeinde bestätigen, dass die Lage der Immobilie den demografischen und wohnungspolitischen Zielsetzungen der Gemeinde entspricht.

Die Details zur Förderung können der Richtlinie entnommen werden, die unter dem unten angeführten Link eingesehen werden kann. Zur Antragstellung und Beratung wenden Sie sich bitte an die Sächsische Aufbaubank – Förderbank -, Pirnaische Straße 9, 01069 Dresden, Internet: www.sab.sachsen.de.

 

 

2. Förderung der Schaffung von mietpreis- und belegungsgebundenem Mietwohnraum

Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Förderung nach der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums des Innern zur Förderung der Schaffung von mietpreis- und belegungsgebundenem Mietwohnraum. 

Die Förderung ist als Zuschuss für Vermieter konzipiert und kann bei Neubau oder Sanierung von Wohnraum beantragt werden, sofern der Wohnraum 15 Jahre lang Mietern mit Wohnberechtigungsschein für eine deutlich reduzierte Miete überlassen wird. Ziel ist eine Mietreduktion um bis zu 35% (max. 3,50 Euro) je Quadratmeter. Der Zuschuss entspricht der rechnerischen Mietreduktion über die 15 jährige Belegbindung, wird aber bereits in der Bauphase als Zuschuss ausbezahlt.  

Die Förderung ist jedoch nur in Kommunen möglich, die einen entsprechenden Bedarf an mietpreis- und belegungsgebundenem Wohnraum nachweisen und deren Wohnungsmarktsituation eine zukünftige Gefährdung der Versorgung von einkommensschwachen Haushalten mit ausreichendem Wohnraum zu angemessenen Bedingungen erkennen lässt. Hierfür sind in der Richtlinie die relevanten Indikatoren benannt.

Die Untersetzung der Indikatoren aller sächsischen Kommunen wird zukünftig jährlich vom Staatsministerium des Innern zur Verfügung gestellt.

 

3. Förderung von Umbaumaßnahmen für Mieter und selbstnutzende Eigentümer zur Anpassung des von ihnen bewohnten  Wohnraums wegen Mobilitätseinschränkungen

Seit 1. Juli 2017 wird der Umbau von Wohnraum für Mieter sowie selbstnutzende Eigentümer einer Eigentumswohnung oder eines Wohnhauses mit Zuschüssen gefördert. Förderfähig sind hierbei barrierereduzierende Baumaßnahmen, wenn diese wegen einer voraussichtlich dauerhaften Mobilitätseinschränkung des Mieters oder des selbstnutzenden Wohneigentümers oder eines in einem Haushalt wohnenden Angehörigen erforderlich sind, damit der Wohnraum auch weiterhin genutzt werden kann. Ziel dieser Förderung ist es, Mietern und Eigentümern, die vielleicht schon viele Jahre ihren aktuellen Wohnraum nutzen, der wegen einer zwischenzeitlich eingetretenen Mobilitätseinschränkung nicht mehr ihren Bedürfnissen gerecht wird, es zu ermöglichen, in ihrem bekannten Wohn- und Sozialumfeld verbleiben können. Die Baumaßnahmen können unterschiedlich sein, je nach den individuellen Bedürfnissen: Beseitigung von Schwellen innerhalb der Wohnung, Verbreiterung von Türen innerhalb der Wohnung, Umbau von Küche und/oder Bad zur Erhöhung der Bewegungsflächen, Einbau einer bodengleichen Dusche, Beseitigung einer Schwelle zum Freisitz und ähnlichem.

Die Förderung besteht in der Ausreichung von Zuschüssen in Höhe von 80 % der förderfähigen Kosten, jedoch maximal 8.000 Euro, bei rollstuhlgerechtem Umbau 20.000 Euro. Ist der Zuwendungsempfänger selbst oder als Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft Bezieher von Grundsicherung, Sozialhilfe oder Wohngeld, kann der Eigenanteil zusätzlich übernommen werden.

Bewilligungsstelle für die Förderung ist die Sächsische Aufbaubank – Förderbank in 01097 Dresden (www.sab.sachsen.de). Hier erhalten Sie auch Informationen über das Verfahren.

Unmittelbare Ansprechpartner für die Förderung sind jedoch die Beratungsstellen in Dresden, Leipzig und Chemnitz . Dort erhalten Sie Unterstützung zur Frage, welche Maßnahmen für Sie persönlich sinnvoll und notwendig sind und andererseits wird dort festgestellt, inwieweit Sie anspruchsberechtigt sind. Den ausgefüllten Förderantrag können Sie dort dann ebenfalls abgeben.

Die für sie zuständige Beratungsstelle ergibt sich aus der Lage Ihres Wohnraums:

  • Liegt Ihr Wohnraum in Chemnitz oder im Erzgebirgskreis, Landkreis Mittelsachsen, Landkreis Zwickau oder im Vogtlandkreis, ist die für Sie zuständige Beratungsstelle der

Sozialverband vdk Sachsen e. V.
Elisenstraße 12
09111 Chemnitz
Telefon: 0371 33400
Internet: www.vdk.de/Sachsen

  • Liegt Ihr Wohnraum in Dresden oder in den Landkreisen Bautzen, Görlitz, Meißen oder Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, ist die für Sie zuständige Beratungsstelle die

Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e. V.
Michelangelostraße 2
01217 Dresden
Telefon 0351 479350-0
Internet: www.selbsthilfenetzwerk-sachsen.de

  • Liegt Ihr Wohnraum in der Stadt Leipzig, im Landkreis Nordsachsen oder im Landkreis Leipzig ist die für Sie zuständige Beratungsstelle der

Behindertenverband Leipzig e. V.
Bernhard-Göring-Straße 152
04277 Leipzig
Telefon 0341 3065120
Internet: www.le-online.de

 

4. Förderung des seniorengerechten Umbaus von Mietwohnraum

Die Staatsregierung hat nun auch die Förderrichtlinie des SMI zur Förderung des seniorengerechten Umbaus von Wohnraum gebilligt, die Anfang 2018 in Kraft getreten ist.

Hiernach können Vermieter von Wohnraum Zuschüsse zum seniorengerechten Umbau ihrer Bestandswohnungen erhalten. Damit können Baumaßnahmen finanziell bezuschusst werden, die dazu dienen, bestehenden Mietwohnraum so umzubauen, dass er den spezifischen Anforderungen von Senioren im Hinblick auf eine weitgehend barrierefreie Erreichbar- und Nutzbarkeit des Wohnraums gerecht wird.

Die Förderung kann in Anspruch genommen werden durch private Eigentümer von Wohngebäuden wie auch Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften.

Die Förderung beträgt maximal 10.000 Euro pro Wohnung (Fördersatz bis zu 40 Prozent). Diese Grundförderung umfasst alle Baumaßnahmen, um die Seniorengerechtigkeit einer Wohnung herzustellen:

- Schwellenfreiheit innerhalb der WE,

- barrierefreier Zugang,

- Türbreiten mind. 82 cm,

- Küche und Bad mit Bewegungsflächen von 60 cm Radius vor Möblierung sowie

- Bad mit bodengleicher Dusche.

Gefördert wird nur, was noch nicht vorhanden ist. Und die Förderung erfolgt nur, wenn am Ende der Standard "Seniorengerecht" erreicht wird.

 

Zusätzlich können dann noch folgende Maßnahmen finanziell gefördert werden:

- Einbruchschutz,

- Bewegungsmelder für Licht,

- bodennahe Lichtleisten, Funkschalter, und schaltbare Steckdosen,

- Steuerung u. a. mit den Funktionen "Alles-Aus" und Herdabschaltung sowie

- die Herstellung der schwellenlosen Erreichbarkeit des Freisitzes.

 

Wenn mindestens 50 Prozent der Mietwohnung des Mehrfamilienhauses nach dieser Förderrichtlinie umgebaut werden, sind zusätzlich förderfähig

- Modernisierung oder Neuerrichtung eines Personenaufzugs - der rollatorengerecht über eine Türmindestbreite von 82 cm verfügen muss,

- gebäudebezogene Einbruchsschutzmaßnahmen,

- Maßnahmen zur Verbesserung der Beleuchtung und der Kommunikation (z. B. Gegensprechanlagen) sowie

- Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Rollatoren.

Die Zusatzförderung für das Gebäude beträgt dann zusätzlich 10.000 Euro pro Etage (Fördersatz bis zu 20 Prozent).

Über die Einzelheiten der förderfähigen Maßnahmen sowie die erforderlichen Voraussetzungen informiert Sie die Bewilligungsstelle für diese Förderung. Dies ist die Sächsische Aufbaubank - Förderbank, Pirnaische Straße 9, 01069 Dresden, Internet www.sab.sachsen.de .