Bauen und Wohnen - Bund-Länder-Programm »Stadtumbau«
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Bund-Länder-Programm »Stadtumbau«

Bund-Länder-Programm »Stadtumbau«

Das neue Programm „Stadtumbau“ ist die bundesweite Fortführung des im Jahr 2002 aufgelegten Programms Stadtumbau Ost. Es unterstützt den komplexen städtebaulichen Prozess, den Städte und Gemeinden bei der Bewältigung und Vermeidung städtebaulicher Folgen des wirtschaftlichen und demografischen Wandels leisten müssen. Es soll einen wirksamen Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Städte und Gemeinden sowie sozialer Stabilität leisten. Es hilft bei der Aufwertung von Innenstädten und Ortskernen, der Revitalisierung von Brachen, der Qualifizierung von Wohnquartieren und der Anpassung städtischer Infrastrukturen. Durch die Stärkung der Innen- und Bestandsentwicklung können der Flächenverbrauch reduziert und kompakte Stadtstrukturen erhalten werden.

Das neue Stadtumbauprogramm knüpft an die bereits eingeleiteten Stadtumbauprozesse an und reagiert zielgerichtet auf die zukünftigen Herausforderungen.

Stadtumbau - Aufwertung von Stadtquartieren

Im Programmteil - Aufwertung - werden insbesondere die städtebauliche Neuordnung sowie die Wiedernutzung von freigelegten Flächen, die Verbesserung des öffentlichen Raums und des Wohnumfeldes und sonstige Bau- und Ordnungsmaßnahmen, die für den Stadtumbau erforderlich sind, gefördert. Im Mittelpunkt stehen auch die Anpassung der städtischen Infrastruktur einschließlich der Grundversorgung,  Modernisierung und Umbau des vorhandenen Gebäudebestandes, Erhalt der baukulturell wertvollen Gebäude und Ensemble sowie Modernisierung und Anpassung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen. Maßnahmen zum Klimaschutz und Klimafolgeanpassungen werden ebenso gefördert, wie Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebereich und im Quartier.

Bund, Land und Gemeinden beteiligen sich an der Finanzierung mit je 33 1/3 v. H. der förderfähigen Kosten.

Eine begrenzte Möglichkeit der Finanzierung ohne Eigenanteil der Gemeinde besteht für  Sicherungsmaßnahmen an vor 1949 errichteten Gebäuden mit baukultureller Bedeutung und an Stadtbild prägenden Gebäuden sowie für die Sanierung von Gebäuden, die vor 1949 errichtet wurden (Altbauten). Dafür stellen Bund und Land jeweils 50 Prozent der förderfähigen Kosten bereit.

Stadtumbau - Teil Rückbau

Im Programmteil - Rückbau – wird in Stadtumbaugebieten, die von Leerstand betroffen sind, im Zuge der städtebaulichen Anpassung dieser Stadtteile, der Rückbau dauerhaft nicht mehr benötigter Wohnungen gefördert. Gemeinden sind in diesem Programmteil vom Eigenanteil an der Förderung befreit.

Besonderes Augenmerk bei der Vergabe der Fördermittel wird in diesem Programmteil darauf gelegt, dass der konzeptionelle Ansatz für die Entwicklung der vom Leerstand betroffenen Stadtteile, die Leitlinien des Freistaates zur Stadtentwicklung berücksichtigt. Rückbau soll die Innenentwicklung der Städte und Gemeinden stärken und deshalb von

Außen nach Innen erfolgen. Der notwendige Rückbau, der vom Rückgang der Bevölkerungszahlen vor Ort ausgeht, sollte deshalb bevorzugt in peripheren Lagen erfolgen und damit ein auseinanderfallen der kompakten traditionellen Stadtstrukturen verhindern.

Baukulturell wertvolle Altbauten sollen im Zuge des Stadtumbaus möglichst erhalten werden und in das neue städtebauliche Konzept des Stadtteils einbezogen werden. Deshalb ist der Rückbau von vor 1919 errichteten Vorderhäusern oder anderen Stadtbild prägenden Gebäuden in diesem Programmteil, der keine finanzielle Beteiligung der Gemeinde am Rückbau vorsieht, nicht förderfähig. Ebenfalls nicht förderfähig ist der Rückbau von denkmalgeschützten Gebäuden – unabhängig vom Baualter.

Seit dem Programmjahr 2012 wird der Rückbau durch einen Zuschuss je Quadratmeter rückgebauter Wohnfläche bis zur Höhe der nachgewiesenen Kosten, höchstens jedoch 70 € pro Quadratmeter rückgebauter Wohnfläche, gewährt.

Im Programmteil Rückbau kann ab dem Programmjahr 2006 auch die Anpassung der städtischen Infrastruktur gefördert werden. An der Anpassung der städtischen Infrastruktur beteiligt sich der Bund in Höhe von 50 v. H. am Förderaufwand. Der Freistaat Sachsen stellt eine Komplementärfinanzierung in gleicher Höhe zur Verfügung.

 

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