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Welterbe in Sachsen

Welterbekoordination in Sachsen

Mit den sächsischen Welterbeprojekten tritt die Idee der UNESCO-Welterbekonvention im Freistaat Sachsen verstärkt in den Vordergrund. Der Beratungs-, Koordinierungs- und Unterstützungsbedarf für Vereine, Interessengruppen, Verbände, Institutionen und Behörden wächst. Das Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI) hat im Rahmen seiner Zuständigkeit für das UNESCO Welterbe im September 2015 mit der Einrichtung einer Welterbekoordination in Sachsen mit Sitz in Dresden-Hellerau den daraus resultierenden Anforderungen entsprochen.

Der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau als grenzüberschreitendes sächsisch-polnisches Projekt ist bereits seit 2004 als Weltkulturerbe anerkannt.

Derzeit gibt es in Sachsen folgende Welterbevorhaben:

  • Das sächsisch-tschechische Welterbeprojekt „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“. Das Projekt wurde 2003 als sog. bottom-up-Projekt, das von den Menschen der gesamten Region getragen wird, initiiert und hat für die grenzüberschreitende sächsisch-tschechische Zusammenarbeit besondere Bedeutung. Der Antrag wurde im April 2016 nach einer ersten Evaluierung durch ICOMOS zunächst zurückgezogen. ICOMOS bedeutet Internationaler Denkmalrat und ist ein Zusammenschluss von Denkmalexperten und fachliches Beratungsgremium der UNESCO, das dem Welterbe-Komitee vor seinen Entscheidungen über die Nominierungen nach vorheriger Evaluation entsprechende Entscheidungsvorschläge übermittelt. Die Experten bewerteten die Erzgebirgsregion als eine bedeutende historische Bergbauregion mit Welterbepotential, erforderlich war aber eine konzeptionelle Schärfung des Antrages. Der überarbeitete Antrag wird am 1. Februar 2018 erneut beim Welterbezentrum in Paris eingereicht. 
  • Ein von der KMK eingesetzter Fachbeirat hat empfohlen, dass die Bewerbungen Görlitzer Hallenhäuser an der via regia sowie Hellerau – Laboratorium einer neuen Menschheit ihre Themen weiter erforschen und sich insoweit wieder an der nächsten Fortschreibung der Tentativliste beteiligen sollen. Beide Anträge wurden gemeinsam mit externen Experten begutachtet und Vorschläge zur Stärkung der Anträge besprochen.
  • Die Erweiterung des bestehenden UNESCO Weltkulturerbes „Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg“ in Sachsen-Anhalt  um weitere 17 Stätten u.a. Schloss Hartenfels in Torgau wurde von ICOMOS nicht zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgeschlagen. Der Antrag wurde deshalb im Mai 2017 zurückgezogen. Es soll hierzu eine Auswertung erfolgen im Hinblick auf Erfolgsaussichten eines Antrags, der sich auf eine Erweiterung um einzelne Objekte beschränkt.

Die Tätigkeit der Welterbekoordination ist auf folgende Ziele ausgerichtet:

  • Stärkere strategische Ausrichtung des Welterbethemas mit Blick auf die voraussichtlich zukünftig größere Anzahl von Welterbestätten in Sachsen und dem damit zu erwartenden Koordinierungsbedarf.
  • Stärkere Implementierung des Welterbegedankens im Freistaat Sachsen sowie Dokumentierung seiner Wertschätzung durch den Freistaat Sachsen nach innen und außen.
  • Umsetzung des Koalitionsvertrages bezüglich der Intensivierung der Zusammenarbeit privater und öffentlicher Akteure zum Erhalt besonders wertvoller sowie identitätsstiftender Kulturdenkmale und zur Stärkung der Heimatverbundenheit
  • Verknüpfung von bürgerschaftlichen Engagement und staatlichen sowie politischen Entscheidungsebenen im Kultur-, Wissenschaft-  sowie Denkmalbereich.

Aus diesen Zielsetzungen ergeben sich für die Welterbekoordination in Sachsen folgende Aufgaben:

-     Beratung/Fachliche Unterstützung in Welterbeangelegenheiten, z. B.:

  • Beratung und Unterstützung von Welterbestätten und -projekten
  • Beratung und Unterstützung der kommunalen und staatlichen Einrichtungen im Freistaat Sachsen zum Thema Welterbe
  • Identifizierung von welterberelevanten Großprojekten
  • Entwicklung von Strategien zum Schutz und Erhalt von Welterbestätten und weiterer bedeutender Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen.

-     Koordination von Welterbeangelegenheiten

  • Konzeptionelle und organisatorische Vorbereitung sächsischer Aktivitäten im Rahmen der Nominierung sächsischer Stätten
  • Bedarfsweise Koordinierung der Erstellung erforderlicher Berichte an die UNESCO 

-     Kommunikation; Wissens- und Informationsmanagement zum Welterbe

  • Vermittlung des Welterbegedankens im Freistaat Sachsen mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit
  • Werbung für das reiche sächsische kulturelle Erbe
  • Konzeption und Durchführung von Fachkongressen (z. B. zur Denkmalmesse in Leipzig).
  • Kontaktpflege und fachlicher Austausch mit nationalen und internationalen Ansprechpartnern und Institutionen im Bereich der Denkmalpflege und des Welterbes sowie Aufbau entsprechender Netzwerke.

Das SMI hat das Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte (IWTG) an der TU Bergakademie Freiberg unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Helmuth Albrecht mit der Welterbekoordination für Sachsen beauftragt. 

Ansprechpartnerin im Welterbebüro in Dresden-Hellerau ist:

Frau Friederike Hansell vom IWTG, Sächsische Welterbekoordinatorin

Tel.: 0351/88967701

Email: friederike.hansell@iwtg.tu-freiberg.de

 

Die Post- und Besuchsanschrift lautet:

Welterbekoordination in Sachsen

Festspielhaus Hellerau, Westflügel

Karl-Liebknecht-Str. 56

01109 Dresden

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